Der Begriff Haltung hat im Deutschen zwei Hauptbedeutungen: Er beschreibt die Stellung eines Körpers im Raum sowie die mentale, innere Einstellung und das daraus resultierende Auftreten eines Menschen.
Die Haltung hat wesentliche Bedeutung und diverse Anwendungsbereiche. Sie ist auch abhängig vom Körperbau und der Position, die man einnimmt, die Art und Weise, wie man den Körper beim Stehen, Gehen oder Sitzen hält (z. B. aufrecht, gebückt, lässig).
Medizinisch beschreibt Haltung den muskulären Spannungszustand des Körpers (Haltetonus), der den Bewegungsapparat im Gleichgewicht hält. Und v.a. in Kunstsportarten geht es mit Haltung um die saubere Ausführung von Körperpositionen. Z.B. im Turnen, Skispringen oder beim Reiten, die oft als „Haltungsnote“ bewertet wird.
Wie beim Gleichgewicht gibt es auch eine äussere und innere, geistige Haltung. Darin geht es um Gesinnung und Werte, aus Überzeugungen und Werten geformt. Haltung ist auch ein wichtiger Gradmesser im Verhalten und Auftreten: Wie sich ein Mensch in Konflikten oder im Alltag zeigt – oft verbunden mit innerer Fassung, Würde und Charakterstärke (Contenance bewahren).
Der ideale Körper steht aufrecht, vom Scheitel bis zur Sohle eine Senkrechte bildend. Die einzelnen Teiler ordnen sich der Gesamtstruktur ein, die biegsame Wirbelsäule verleiht jeder Stellung Beweglichkeit, Unterstützung und Gleichgewicht. Das Gewicht verteilt sich dem Schwerpunkt entsprechend, ohne auf irgend einen Teil Druck auszuüben. Die inneren Organe – der Kreislauf, die Atmung, die Stimme – erfüllen ungehemmt und frei ihre Funktionen.
Eine solche Haltung ist mühelos. Keine Energie wird unnötig verschwendet. Die Haltung ist der Schlüssel zum Gleichgewicht und daher auch zur Bewegung. Mit Tanzen arbeitet man ein Leben lang an der Körperhaltung.
Haltung enthüllt Gefühle oder ruft diese sogar hervor. Dies zeigt wiederum, wie eng verknüpft Körper, Geist und Seele sind.