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PRO GESUNDHEIT · 05. August 2026

Das Element Atem

von admin, Verlegerin
05. August 2026  ·  ca. 4 Min. Lesezeit

Es wird unterschieden zwischen Atmung und Atem.

Der medizinische Fachbegriff für den biologischen Prozess der Atmung lautet Respiration. Der gesamte Atemzyklus unterteilt sich in Einatmung (Inspiration), Luft anhalten, Ausatmung (Exspiration) und Atempause. Der Gasaustausch in der Lunge wird als äußere Atmung, die Energiegewinnung in den Zellen als innere Atmung (Zellatmung) bezeichnet.

Es ist bekannt, wie wichtig der erste Atemzug eines frisch geborenen Babys ist: Er führt dieses ins Leben ein. Der letzte Atemzug begleitet eine Person wieder aus dem Leben hinaus. Zwischen diesen determinierenden Atemzügen ist Atem ein ständiger Begleiter im Mensch drin, dessen Lebensweise beeinflusst die innenkörperliche Belüftung und umgekehrt.

Die Atmung ist eine wunderbare Sache. Wenn wir uns in Balance zwischen Einatmung und Ausatmung befinden, sind wir in einem harmonischen, dynamischen Geschehen von Geben und Nehmen eingebettet, wir fühlen uns in unserer Haut wohl.

Die Atmung ist der wichtigste Prozess unseres Körpers. Bereits 3 Minuten kein Sauerstoff heisst für die meisten Menschen Tod oder beträchtliche Beeinträchtigungen im Gehirn. Man sieht es den Menschen an, wenn sie zu wenig belüftet sind. Es gibt Leute, die das Atmen vergessen haben. Oder solche, die eine fahle Haut haben, weil sie die Luft nicht durch ihren Körper hindurch strömen lassen. Auch sieht man gewissen Leuten an der Bewegung an, ob ihre Atmung für sie lebensbringend ist. Sind diese mechanisiert, fliesst die Luft nicht frei.

Atmung ist trainierbar. Die Bewegung für die Atmung arbeitet wie andere Bewegungen mit Muskulatur. Das Zwerchfell (Diaphragma) ist der wichtigste Atemmuskel.

Bei Atem geht es noch um viel mehr:

Im spirituellen Bereich ist der Atem die direkteste Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele. Er gilt in vielen Traditionen als Brücke zur Lebensenergie und zum Göttlichen.

Der Atem ist in verschiedenen spirituellen Dimensionen verankert:

Die sprachliche Bedeutung

Das Wort „Spiritualität“ leitet sich vom lateinischen spiritus ab, was übersetzt „Hauch“, „Geist“ oder „Atem“ bedeutet. Der Atem ist der Lebenshauch, der uns belebt und mit der Welt verbindet.

Ursprung und Traditionen

Yoga (Pranayama): 

Im Yoga ist der Atem die Lenkung des Prana (der Lebensenergie). Durch gezielte Atemtechniken wird das Nervensystem beruhigt und der Geist auf die Meditation vorbereitet.

Indigene Praktiken: 

Seit Jahrtausenden nutzen Naturvölker bewusst schnelle oder tiefe Atemweisen, sogenannte spirituelle Atemarbeit, um Blockaden zu lösen und Bewusstseinserweiterungen zu erfahren.

Christliche Mystik: 

Auch im Christentum ist der Atem ein zentrales Element, um die göttliche Nähe zu spüren. Die Spiritualität des Atems (etwa bei Meister Eckhart oder Hildegard von Bingen) verbindet das Ein- und Ausatmen mit dem Empfangen und Abgeben.

In der heutigen Zeit boomen Formen wie Breathwork, um Stress abzubauen, tief sitzende Emotionen loszulassen und eine neue innere Klarheit zu erlangen. Auch im Zen-Buddhismus bildet das stille Sitzen (Zazen) und die Konzentration auf den natürlichen Atemfluss die Essenz der Praxis.

Atem bezeichnet im Tanzen eine bestimmte Qualität der Bewegung. 

Ein Tänzer, der gut atmet, führt harmonische, runde und ruhige Bewegungen aus. Er hat Selbstkontrolle über sich. Schnelles und flaches Atmen deutet auf Stress und Aufregung hin, die Bewegungen sind steif und wirken ausdruckslos. 

Leben ist Atem und Atem ist Leben.

Da Tanz eine Ausdrucks- und Bewegungskunst des Lebens ist, kann mit dem Atem viel verändert und gespielt werden. Tanz erfordert tiefes Atmen, es ist Ausdruck der Lebensqualität. Wer mit Atem umgehen kann, behält die Beherrschung und Kontrolle über sich und seinen Körper und kann so seinen Gefühlen freien Lauf lassen. 

Atemkontrolle ist dementsprechend auch Emotionskontrolle – und führt zu Emotionaler Intelligenz, die einiges wichtiger ist im zwischenmenschlichen Umgang als der simple IQ.

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